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Infozentrum Wald & Moor
18311 Ribnitz-Damgarten, OT Neuheide
Ribnitzer Landweg 3

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Stadtforst
18311 Ribnitz-Damgartern, OT Neuheide
Ribnitzer Landweg 3

Stadtforst Ribnitz-Damgarten

Kontakt: Falk Fleischer
Telefon: 038206 77389
Fax: 038206 77389
E-Mail: f.fleischerSPAMFILTER@ribnitz-damgarten.de

Geführte Wanderungen

durch das Infozentrum "Wald und Moor":
Telefon: 038206 14444
E-Mail: moorinfoSPAMFILTER@ribnitz-damgarten.de

WANN und WO geht es los? ..

und

durch den Stadtförster:
Telefon: 038206 77389
 E-Mail: f.fleischer@ribnitz-damgarten.de

2016 an den Sonntagen:
12.06./10.07./07.08./04.09.

Treff: 10:00 Uhr
Bushaltestelle Klein-Müritz

Über das Ribnitzer Große Moor

Das vor ca. 6000 Jahren entstandene Moor umfasst eine Fläche von 274 ha. 1939 wurde es aufgrund seiner herausragenden Naturausstattung und seiner Gefährdung durch Entwässerung und Torfabbau als Naturschutzgebiet gesichert.

Mit seinen wassergefüllten Torfstichen und Gräben mit ihren Verlandungsbereichen, den Heidegebieten und Moorwäldern, seiner Fauna und Flora ist das Hochmoor mit seinen Übergangszonen mit Niedermoor-Charakter besonders sehenswürdig. Das interessanteste küstennahe Hochmoor der neuen Bundesländer wird ausschließlich durch Regenwasser gespeist (Regenmoor). Da alle Regenmoore durch Entwässerung und Torfabbau in der Vergangenheit erheblich geschädigt wurden, ist eine Renaturierung äußerst wichtig, dies umfasst im Besonderen die Wiedervernässung der trockengelegten Flächen. Von 1995 bis 2000 wurde das Projekt – Renaturierung des Ribnitzer Großen Moores – ins Leben gerufen, um eines der größten Regenmoore von Mecklenburg-Vorpommern für die Nachwelt zu erhalten. Es wurden an den Gräben 29 Absperrungen gebaut, um das Niederschlagswasser im Moor zu halten. Ziel ist es, das Regenmoor in seiner ursprünglichen Ausdehnung zu renaturieren und den Wald im Hochmoor auf natürliche Weise zurückzudrängen.

Hochmoore sind extreme Lebensräume, äußerst nährstoff- und sauerstoffarm und mit saurem Wasser. Daher ist bei den Pflanzen ein hoher Wasserdurchsatz nötig, um an die wenigen Nährstoffe zu gelangen. Damit sie diesen starken Wasserverlust ausgleichen können, haben die Pflanzen bestimmte Mechanismen entwickelt, wie z. B. Rollblätter, Haare oder auch eine verstärkte Kutikula, außerdem legen sie Wasserspeicherorgane an. So besitzt z.B. der fleischfressende Sonnentau, eine für diesen Lebensraum sehr typische Pflanze, Drüsenhaare, die ein klebriges, in der Sonne glänzendes Sekret absondern. Die an diesen Haaren haftenden Insekten werden mit Hilfe des Sekrets zersetzt, so dass dem Sonnentau der notwendige Stickstoff zugeführt werden kann.

Weitere typische Pflanzen in dem Hochmoor sind die hier vorkommenden 32 Moosarten, wie z. B. das Torfmoos oder Bleichmoos (Sphagnum). Sie ist die wichtigste Pflanze für die Torfbildung und reguliert durch ihren schwammähnlichen Aufbau und dem hohen Wasserspeichervermögen den Wasserhaushalt des Moores. Die Hochmoore wachsen jährlich 0,5 bis 1 mm aufgrund der Vertorfung der Moose. Durch diesen Zuwachs erhebt sich das Ribnitzer Große Moor in vielen Jahrtausenden, wie ein Uhrglas gewölbt, über den Wasserspiegel.

Viele andere, an der Oberfläche wachsende Pflanzen profitieren von den einmaligen Eigenschaften der Torfmoostorfe. Bei Trockenheit sinkt das Moor in sich zusammen und bringt so die Pflanzen an das, in den tieferen Schichten des Moores gespeicherte Wasser. Davon zieht die Glockenheide, die in Mecklenburg-Vorpommern auf der Liste der gefährdeten Höheren Pflanzen geführt wird, die Moosbeere, der Gagelstrauch, das weiße Schnabelried, das Scheidige Wollgras und der Sumpfporst, um nur einige der zahlreichen Pflanzen des Moores zu nennen, ihren Nutzen.

Im Ribnitzer Großen Moor finden Sie nicht nur seltene und wunderschöne Pflanzen, sondern auch zahlreiche Tierarten. Neben den spezialisierten Hochmoorarten haben sich andere Arten ins Moor zurückgezogen, die aus ihren eigentlichen Lebensräumen vertrieben wurden. Von den Großvögeln haben die Kraniche ihr Revier auch im Moor bezogen. Sie sind mit ihren 1,15 m Körperhöhe und 2,20 m Flügelspannweite eine eindrucksvolle Erscheinung in diesem Lebensraum. Die Ringelnatter, Glattnatter, Blindschleiche, die giftige aber trozdem scheue Kreuzotter und der Moorfrosch sind geschützte Arten, die das Moor besiedelt haben. Außerdem sind viele verschiedene Insektenarten hier beheimatet, wie z. B. der Brombeerzipfelfalter, der als einziger Tagfalter auf der Flügelunterseite eine Grünfärbung besitzt, oder auch die Blutrote Heidelibelle, eine der über 20 vorkommenden Libellenarten an den Torfstichen.

Interessierte Besucher können sich auf den rund 2,5 km langen Exkursionsweg von der Schönheit des Moores inspirieren lassen.

Dazu bieten sich insbesondere die vom Infozentrum „Wald & Moor“ und vom Stadtforst Ribnitz-Damgarten durchgeführten naturkundlichen Führungen an. Diese gehen jeweils über 7,5 bzw. 5,5 km und dauern ca. 2,5 bis 3 Stunden. Die Ausstellung im Infozentrum Wald & Moor vermittelt darüber hinaus umfangreiches Wissen zu Wald und Moor, u.a. mit Live-Kameras, Diashow, sowie Terrarien und Aquarien. Sie soll viele Menschen ansprechen und um Verständnis für Erhalt bzw. Wiederherstellung unserer Moore und der Natur im Allgemeinen werben. Hierzu dient auch der benachbarte Naturpfad mit über 30 Schautafeln über Flora und Fauna von Wald und Moor. Die Ausstellung, der Naturpfad und die angebotenen Wanderungen sind insbesondere auch für Schulklassen geeignet. Spezielle thematische Führungen können über das Infozentrum vereinbart werden.