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Das Passgehöft und die Passbrücke
18311 Ribnitz-Damgarten
Ortsteil Ribnitz

Das Passgehöft und die Passbrücke

Das mecklenburgische Ribnitz und das pommersche Damgarten waren Jahrhunderte lang Grenzposten beiderseits des Grenzflusses Recknitz. 1286 kaufte die Stadt Ribnitz den Pass über die Recknitz von den Brüdern von Dechow auf Pütnitz.

Über ihn führte entlang der Ostseeküste die Handelsstraße von Lübeck nach Stralsund und weiter in den Osten. Der hier erhobene Brückenzoll war eine wichtige Einnahme für die Stadt Ribnitz. Zeitgenössische Darstellungen belegen, dass der Pass zu Kriegszeiten immer wieder zum begehrten strategischen Objekt wurde, ist er doch auf weite Strecke der einzige Übergang über die sumpfigen Niederungen der Recknitz. 1630 verschaffte sich Schwedenkönig Gustav Adolf mit der Eroberung von Schanze und Turm bei Damgarten die Möglichkeit zur Überquerung der Recknitz am Pass. 1809 erkämpfte sich Ferdinand von Schill an dieser Brücke den Übergang.

Immer wieder weckte die Brücke Begehrlichkeiten auf beiden Seiten, die zu Streitigkeiten führten. Noch 1880 wurde Brückenzoll für aus dem preußischen Pommern eingeführtes Vieh erhoben. Erst nach der Eröffnung der Eisenbahn 1889 wurde dieses Privileg aufgehoben. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich auch das Erscheinungsbild der Recknitzbrücke von einer einfachen schmalen Holzkonstruktion über eine Metallklappbrücke bis zur heutigen Betonbrücke. Der Verbreiterung der Brücke fiel im Juli 1994 das letzte, 1847 erbaute, Passhaus zum Opfer. Die Höhe des Wasserstandes der Recknitz bei der Sturmflut 1872 war an diesem Haus noch abzulesen.